Dr. Martin Buntrock

 

Musik im Snoezelenraum

Ein wesentliches Element des multifunktionalen Konzeptes stellt die Musik dar, die einerseits rezeptiv (z. B. als Hintergrundmusik) oder andererseits durch aktives Musizieren in eine Snoezeleneinheit integriert sein kann. Meist wird sie genutzt, um Entspannung und Wohlbefinden auszulösen und auch zu vertiefen. Neben dieser beruhigenden Wirkung kann Musik ebenso einen aktivierenden Effekt besitzen. Für den Anwender ist es daher wichtig, über Grundkenntnisse hinsichtlich der unterschiedlichen Reaktionen auf Musik und ihrer Auslöser zu verfügen. Weiterhin muss er sich darüber klar werden, welchen Zweck er mit dem Einsatz der Musik verfolgt. Dieser kann zum Beispiel darin bestehen, dass

  • Erinnerungen wieder hervorgerufen werden sollen (wie etwa durch Singen oder Hören eines Liedes aus der Jugendzeit bei einer Seniorengruppe),
  • in die Thematik einer Unterrichtseinheit eingeführt oder am Ende das Thema abgerundet werden soll (beispielsweise mit dem Lied „Alle Vögel sind schon da" zum Thema „Frühling“),
  • sich die Teilnehmer besser entspannen sollen (durch Hintergrundmusik oder Entspannungsmusik zu einer Fantasiereise),
  • die Teilnehmer nach einer Entspannungsübung aktiviert werden sollen (z. B. durch Bewegung zu schneller Musik),
  • Patienten musiktherapeutisch behandelt werden (indem der Musiktherapeut beispielsweise einem Wachkoma-Patienten auf einem Instrument vorspielt)
  • die akustische Wahrnehmung geschult werden soll („Woher kommt der Klang?“),
  • mehrere Sinne gemeinsam angesprochen werden sollen („Ich höre, was ich spüre – ich spüre, was ich höre“)
  • durch den aktiven Umgang mit Instrumenten die Fein- sowie Grobmotorik geschult und gefördert werden sollen,
  • soziale Fähigkeiten durch gemeinsames Musizieren gefördert werden sollen (aufeinander hören, miteinander musizieren).

Neben diesen Zielen ist gleichermaßen von Bedeutung, wie die Gruppe zusammengesetzt ist und welche Voraussetzungen die einzelnen Teilnehmer mitbringen. Weitere Fragen, die vorab geklärt werden müssen, sind daher:

  • In welcher Altersgruppe soll die Musik eingesetzt werden?
  • Welche musikalischen Vorerfahrungen haben die Hörer?
  • In welcher Ausgangsaktivierung befinden sich die Teilnehmer?

Nicht immer können diese Fragen im Vorfeld beantwortet werden. Teilweise muss spontan entschieden werden, welche Musik bzw. welche Instrumente zum Einsatz kommen sollen, wenn beispielsweise eine Kindergruppe sehr unruhig zu einer Unterrichtseinheit erscheint oder die Teilnehmer das erste Mal den Snoezelenraum besuchen. In diesen Fällen kann, neben der eigenen Erfahrung, eine Musikkartei eine große Hilfe darstellen, die genauere Auskunft über die zur Verfügung stehenden Tonträger und ihre Einsatzmöglichkeiten gibt (s. Mertens et al., 2008).

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